News-Ticker

Weihnachtsgrüße des Landeselternausschusses RLP 2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen aus den Elternvertretungen der Kitas,

gerade die Kleinkinderzeit ist normalerweise eine unbeschwerte Zeit ohne Sorgen. Mit Entdeckergeist in den Tag hinein leben, Freundschaften schließen, Fähigkeiten erwerben, einzigartige Erlebnisse haben.

Und für uns Eltern ist das eine Zeit, in der wir unseren Kindern den dafür perfekten Rahmen bieten wollen. In der wir besonders leiden, wenn es unseren „kleinen Männern und Frauen“ nicht gut geht.

Von daher waren die letzten anderthalb Jahre eine besondere Zeit. Seit dem zweiten Weltkrieg ist keine Kleinkindergeneration mehr mit mehr Angst und Unsicherheit aufgewachsen. Das Corona-Virus nimmt uns jetzt schon im zweiten Weihnachtsfest hintereinander gefangen. Und das tut uns Eltern unendlich leid. Wir würden es unseren Kindern so gerne ersparen.

Gleichzeitig können wir es uns nicht aussuchen. Niemand hat sich dieses Virus gewünscht, es ist kein böser „Masterplan“ von irgendjemandem, sondern eine Laune der Natur. Schicksal, wie es eben im Leben auch passieren kann. Dann kann man daran verzweifeln, sich immer wieder mit dem „Warum?“ bzw. „Warum wir?“ quälen – aber das bewirkt nichts außer noch mehr Leid, Mutlosigkeit und mangelnde Energie, das Beste aus den Dingen zu machen.

Und genau DARUM geht es. Dinge, die wir nicht ändern können, zu akzeptieren und in diesem Rahmen dann mit aller Kraft das Beste daraus zu machen.

Und genau DAS haben wir Elternvertretungen in den letzten anderthalb Jahren gemeinsam miteinander geleistet. In einer Zeit, wo sich viele Menschen im Schneckenhäuschen verkrochen haben. In einer Zeit, in der wir beruflich eingespannt waren – und manche von uns auch Existenzängste erleben mussten. In einer Zeit, wo viele von uns mit Homeschooling, Kinderbetreuung zuhause im Lockdown, unregelmäßiger Betreuung in der Kita ohnehin innerhalb der Familie maximal eingespannt waren.

In dieser Zeit sind WIR, seid IHR hinausgegangen und habt Euch auch noch für das „Große Ganze“ engagiert. Dafür, dass wir gemeinsam den bestmöglichen Weg durch diese Krise finden. In einer Situation, die maximal komplex ist, für uns alle neu und in der jede falsche Entscheidung Lebenschancen kosten kann – und für manchen sogar das Leben. In einer Situation, in der wir als Elternvertretungen es nie allen Eltern Recht machen können, die zwischen „extrem ängstlich“ bis „Corona-Leugnern“ unglaublich breit gefächert ist.

Ich bin sicher, dass auch der ein oder die andere von Euch Kritik hat einstecken müssen von den Eltern, denen Euer Kurs nicht passte. Vielleicht habt Ihr auch die ein oder andere beleidigende Mail von einzelnen Eltern bekommen, die uns wahlweise Bösartigkeit, Dummheit, Faulheit oder Opportunismus vorgeworfen haben, weil wir nicht genau diejenige Politik gemacht haben, die sie für richtig halten.

Neben teilweise zwielichtigen politischen Absichten sehe ich meist Angst und Überforderung in solchen aggressiven Meldungen. Dies besagt nichts über unsere Leistung.

Wir können nicht mehr, als nach bestem Wissen und Gewissen unser Bestes in einer solchen Situation geben. Wir können als ehrenamtliche Organisationen nicht mehr, als uns soweit zu engagieren, wie es Beruf und Familie zulassen. Und ich habe soviel Engagement bei den Elternvertretungen auf den unterschiedlichen Ebenen gesehen, dass es mich unglaublich stolz macht. Oft viel mehr als eigentlich vertretbar war.

DAS IST NICHT SELBSTVERSTÄNDLICH!

Was Ihr geleistet habt, in den Elternausschüssen und den Elternvertretungen auf Kreis- oder Stadtebene ist in keiner Weise selbstverständlich. Es ist in schwierigsten Zeiten eine ganz großartige Leistung, für die ich Euch gemeinsam mit dem gesamten Vorstand des Landeselternausschusses Rheinland-Pfalz allergrößten Dank, Respekt und Hochachtung sagen möchte.

Wir sind stolz darauf, was die gesetzlichen Elternvertretungen der Kitas in RLP in diesen Zeiten geleistet haben.

Und wir haben gesehen, dass wir damit einen Unterschied machen. Dass Eltern, die sich in der Kita daran beteiligen, passgenaue Lösungen für die einzelne Kita zu erarbeiten, damit bessere Lösungen für die Kinder erzielen können. Dass Eltern, die sich im Kreis- und Stadtelternausschuss engagieren und mit Jugendamt und Trägern um gute Lösungen ringen, sich für Corona-Unterstützungskräfte, Testangebote und Verpflegungspools einsetzen, damit eine bessere Situation für die Kitas in ihrem Kreis erreichen. Dass wir im Landeselternausschuss gemeinsam mit dem Ministerium und dem Landesjugendamt und mit den anderen Partnern der „Kita-Spitzen“ immer wieder gute Lösungen finden konnten, die oft genug Vorbild für viele andere Bundesländer wurden.

Wenn noch irgendjemand gezweifelt hatte, dass eine gute Kita und eine gute Kita-Politik nur in einer Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und ihren Vertretungen gelingen kann, dann hat es diese Corona-Krise bewiesen. Die Situation war und ist schlimm, aber gemeinsam haben wir das Bestmögliche daraus gemacht. Dabei haben wir natürlich Fehler gemacht – anders ist es bei einer solchen unbekannten neuartigen Krise auch gar nicht denkbar. Aber wir haben immer nach bestem Wissen und Gewissen das uns Bestmögliche gemacht – und versucht, aus unseren Fehlern zu lernen.

Ein Beispiel: Der erste Lockdown mit Notdienst in den Kitas im Frühjahr 2020 war für viele Eltern schlimm. Daraus haben wir gemeinsam gelernt und sind (anders als andere Bundesländer) durch alle weiteren Wellen ohne einen solchen Notdienst gegangen, sondern haben kooperative und kreative Wege gefunden, die Betreuungsquote wenn nötig zu reduzieren. Das haben gerade auch wir Elternvertretungen erreicht.

Wenn der LEA RLP einen Corona-Orden hätte, dann würden wir ihn jetzt jedem und jeder Einzelnen von Euch mit Stolz und Anerkennung überreichen. Da wir keinen Orden haben, bleibt mir im Namen des gesamten LEA-Vorstandes „nur“, Dir und Deiner Familie von Herzen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest zu wünschen und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Bleibt gesund – und genießt die elternmitwirkungsfreie Zeit für Euch. Und lasst uns dann im Januar gemeinsam wieder durchstarten und dafür sorgen, dass unsere Kinder auch weiterhin so gut wie möglich durch diese Corona-Zeit kommen. Und ich glaube ganz fest daran, dass dieses Corona-Wellen-Drama im nächsten Jahr ihr Ende findet.

Ich habe mir das jedenfalls vom Christkind gewünscht.

Herzliche Weihnachtsgrüße
Andreas Winheller
LEA RLP
Vorsitzender

P.S. Wer von Euch einen LinkedIn-Account hat, findet hier ein paar Tipps von mir, wie man das Weihnachtfest ohne große familiäre Dramen übersteht: LinkedIn

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