Diskussionsabend „Kita im Spagat“ in Ingelheim

11. Dezember 2013

Über 70 Eltern, Erzieher und Kita-Leitungen diskutieren bei KEA-Veranstaltung

INGELHEIM. Für die Wiedereinführung einkommensabhängiger Elternbeiträge hat sich die Mehrheit der Eltern beim Diskussionsabend „Kita im Spagat – zwischen neuen Herausforderungen und alltäglichen Zwängen“ des Kreiselternausschusses (KEA) Mainz-Bingen ausgesprochen.
Bei der Veranstaltung in der Kreisverwaltung in Ingelheim diskutierten kürzlich über 70 Eltern, Erzieher und Leitungen die Situation in den Kindertagesstätten des Landkreises. Zuvor hatte diezuständige Zweite Kreisbeigeordnete Dorothea Schäfer, MdL (CDU), einen Überblick über die derzeitigen Herausforderungen im Kita-Bereich gegeben.
Veronika-Snider-Wenz vom Landeselternausschuss (LEA) Rheinland-Pfalz berichtete zudem über die Arbeit der Elternvertretung auf Landesebene und gab einen Einblick in die Rechte und Pflichten von Elternausschüssen.

Anforderungen steigen, Qualität sinkt

Bei der anschließenden Diskussion bestand weitgehend Einhelligkeit darüber, dass unter den derzeitigen Bedingungen eine qualitätsorientierte und bedürfnisgerechte Betreuung von Kindern kaum gewährleistet werden könne. So stiegen die Anforderungen an Kita-Mitarbeiter und Leitungen durch die Aufnahme immer jüngerer, teils auch beeinträchtigter Kinder (Inklusion), ohne dass der Personalschlüssel dafür ausreichend erhöht würde. Gleichzeitig herrsche durch den rasanten Ausbau an Betreuungsplätzen und die mangelnde Attraktivität des Erzieherberufes ein eklatanter Fachkräftemangel. „Um es kurz zu machen: Es fehlt einfach an Geld“, brachte es ein Elternausschuss-Mitglied auf den Punkt. Um dem entgegen zu steuern, sprach sich die überwiegende Mehrheit der Anwesenden für die Wiedereinführung einkommensabhängiger Elternbeiträge aus, wenn das Geld gesichert in die Qualität der Kitas reinvestiert werde. Weitere Forderungen von Eltern und Kita-Mitarbeitern an diesem Abend: Die Freistellung der Kita-Leitungen vom Kinderdienst, erweiterte Vorbereitungszeiten für die Mitarbeiter sowie der Erhalt von Horten, die immer öfter zugunsten des Ausbaus von Ganztagsschulen geschlossen würden. Den Einsatz von Eltern oder von fachfremden Aushilfen zwecks Entlastung der Kita-Mitarbeiter lehnte die Mehrheit der Anwesenden ab. „Dies ist eine Qualitätsminderung durch die Hintertür“, warnte Veronika Snider-Wenz. Es gebe schließlich einen Grund dafür, warum Erzieher fünf Jahre Ausbildungszeit hätten.

Pressekontakt: Evelyn Horst; Tel.: 06132/ 89 80 55; kea-mainzbingen@gmx.de
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