Elterninitiative zum Thema Integration ins Leben gerufen

9. Oktober 2014

Der Elternausschuss der Integrativen Kindertagesstätte Castellino in Kastellaun hat im März dieses Jahres eine Elterninitiative ins Leben gerufen, um auf die mit dem Inklusionsvertrag verbundenen Schwierigkeiten aufmerksam zu machen.

Zum einen sollen alle Kinder- also Kinder mit Beeinträchtigungen, sowie Kinder ohne Beeinträchtigungen – die gleichen Chancen bekommen, zum anderen jedoch wird es aber betroffenen Kindern in den Augen vieler beteiligter Eltern sehr schwer gemacht, ein gleichberechtigtes Leben zu führen.

Kindergarten IntegrationIm Einzugsgebiet des Rhein-Hunsrück-Kreises wird die Frühförderung von einer großen Einrichtung getragen. Dies bedeutet, dass die Eltern oft sehr lange Wartezeiten für Erstgespräche und Diagnosestellung in Kauf nehmen müssen. Oft geht bis zu einem Jahr ins Land, bevor überhaupt mit einer Frühförderung begonnen werden kann. Es erscheint fraglich, ob man angesichts dieser Umstände überhaupt noch von einer frühen Förderung sprechen kann. Wenn die Möglichkeiten der Frühförderung ausgeschöpft sind, kommt die staatlich gewährte Integrationshilfe zum Tragen. Wie auch bei der Bewilligung der frühen Förderung müssen Eltern hierfür viele bürokratische Wege und Wartezeiten in Kauf nehmen. Oftmals vergehen Monate, bis über die Anträge zur Integrationshilfe entschieden wird, zudem reicht diese Hilfe von ihrer bewilligten Stundenanzahl meist gar nicht aus. Obendrein noch werden Gelder gekürzt, dringend notwendige Hilfen werden hinausgezögert. Dies alles ist sehr zeit- und nervenaufreibend für alle Beteiligten, welche ohnehin meist an ihrer Belastungsgrenze stehen. Die betroffenen Eltern fühlen sich hilflos und alleine gelassen.

Viele Eltern fragen sich, wie der Inklusionsauftrag im Kreis verstanden wird. Sie wünschen sich kürzere Wege, schnellere Entscheidungsverfahren und eine Berücksichtigung der individuell benötigten Hilfen des einzelnen Kindes.

Ein gemeinsames Gespräch zwischen betroffenen Eltern der Elterninitiative, sowie Vertretern des Landesjugendamtes, der Kreisverwaltung Rhein-Hunsrück sowie dem Ministerium für Soziales in Mainz ist für den 21. Oktober 2014 geplant.

Es wäre zu wünschen, dass die Belange der Eltern und Kinder in Zukunft bei den staatlichen Stellen mehr Berücksichtigung finden.

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