17. Feb. 2026
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17. Februar 2026
Frühkindliche Bildung betrifft alle jungen Familien – unabhängig davon, ob sie gerade einen Kita-Platz suchen, ihr Kind bereits betreut wird oder sie sich auf den Übergang in die Grundschule vorbereiten. Für Kinder ist die Kita ein zentraler Lebensort, an dem sie Sicherheit, Beziehungen, Bildung und Förderung erfahren. Für Eltern ist sie Voraussetzung für Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für einen verlässlichen Familienalltag.
Die Qualität frühkindlicher Bildung entscheidet darüber, wie gut Kinder in ihrer Entwicklung begleitet werden. Sie prägt Sprachentwicklung, soziale Kompetenzen, Teilhabechancen und den weiteren Bildungsweg. Gleichzeitig zeigt der Kita-Alltag vieler Familien, dass gute frühkindliche Bildung keine Selbstverständlichkeit ist: Personalmangel, hohe Belastung der Fachkräfte, eingeschränkte Öffnungszeiten, mangelhafte Trägerqualität und fehlende Verlässlichkeit wirken sich unmittelbar auf Kinder und Familien aus.
Die Rahmenbedingungen für Kitas werden maßgeblich auf Landesebene gestaltet. Landespolitik entscheidet über gesetzliche Vorgaben, Qualitätsstandards, Finanzierung, Personalbemessung und Unterstützungssysteme. Die Landtagswahl bestimmt somit, welche Priorität frühkindliche Bildung in den kommenden Jahren erhält – und ob sich die Bedingungen für Kinder, Eltern und Fachkräfte spürbar verbessern.
Für Eltern ist deshalb entscheidend zu wissen, welche Vorstellungen und konkreten Maßnahmen die Parteien zur frühkindlichen Bildung verfolgen. Die Auswertung der Wahlprogramme macht sichtbar, welche Themen aufgegriffen werden und wo Unterschiede bestehen. Sie soll Eltern dabei unterstützen, sich informiert eine eigene Meinung zu bilden – im Interesse der Kinder und ihrer Zukunft.
Kein verpflichtendes letztes Kitajahr: dies greift stark in die Rechte der Eltern ein, ohne automatisch bessere Bildungschancen zu garantieren. Solange Fachkräftemangel und Qualitätsprobleme bestehen, kann eine Pflicht sogar Überforderung statt Förderung bedeuten. Außerdem profitieren nicht alle Kinder gleichermaßen, und Zwang kann Vertrauen sowie Kooperation mit Familien schwächen. Sinnvoller sind freiwillige, niedrigschwellige Angebote und gezielte Unterstützung statt pauschaler Verpflichtung.
Ein kostenfreies Mittagessen für alle Kita-Kinder ist ein wichtiger Schritt für mehr Chancengleichheit. Eine gesunde Mahlzeit darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, sondern muss allen Kindern gleichermaßen zugänglich sein. Damit wird Teilhabe gestärkt, Familien werden entlastet und kindliche Gesundheit frühzeitig gefördert.
Langfristig braucht es eine schrittweise Erhöhung des Personalschlüssels in den Kitas in Rheinland-Pfalz, um pädagogische Qualität, Kinderschutz und verlässliche Betreuung nachhaltig zu sichern. Gleichzeitig muss dieser Weg realistisch gestaltet werden: Eine sofortige Umsetzung würde die Situation kurzfristig weiter verschärfen, da schon heute Fachkräfte fehlen und Einrichtungen gezwungen wären, Betreuungszeiten zu reduzieren oder Gruppen zu schließen. Deshalb braucht es einen verbindlichen Stufenplan, der Verbesserungen ermöglicht und zugleich die Kitas handlungsfähig hält.
Alltagsintegrierte Sprachförderung in Kitas ist extrem wichtig, denn Sprache ist der Schlüssel zur Bildung und zur Welt – sie eröffnet Kindern neue Wege und schafft echte Chancengleichheit. In Rheinland-Pfalz wird bereits einiges getan, es gibt zahlreiche Programme und Projekte zur Sprachförderung. Entscheidend ist jetzt, diese Angebote langfristig zu verstetigen, flächendeckend abzusichern und konsequent an den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten, damit alle Kinder bestmöglich profitieren.
Die Beitragsfreiheit in Kitas ist ein wichtiger Schritt für mehr Bildungsgerechtigkeit. In Rheinland-Pfalz gilt sie aktuell ab zwei Jahren – langfristig wünschenswert wäre eine Beitragsfreiheit für alle Kinder. Frühkindliche Bildung ist keine Privatsache, sondern eine zentrale Grundlage für gleiche Chancen. Beitragsfreie Kita-Plätze entlasten Familien, fördern Teilhabe und stellen sicher, dass alle Kinder unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern Zugang zu guter Bildung und Förderung erhalten.
Mehr Geld für das Kita-System ist dringend notwendig, um Kommunen zu entlasten und die Qualität in den Einrichtungen nachhaltig zu verbessern. Entscheidend ist dabei, dass zusätzliche Mittel gezielt dort ankommen, wo sie den größten Effekt haben: bei Personal, Ausstattung, Fortbildung und verlässlichen Rahmenbedingungen im Alltag. Nur wenn Investitionen sinnvoll gesteuert werden, können sie wirklich zu besserer Betreuung, mehr Bildungsqualität und spürbarer Entlastung für Kinder, Familien und Fachkräfte führen.
Im Folgenden haben wir die Wahlprogramme der Parteien, die zur Landtagswahl antreten, miteinander verglichen. Für ein besseres Bild bitte auf das folgende Vorschaubild klicken:
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