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Neue Kita-Streiks sind unverantwortlich: Kompromisse jetzt!

Der Landeselternausschuss der Kitas in RLP (LEA) hat die neuerlichen Kita-Streikdrohungen des Verdi-Bundesvorsitzenden Frank Bsirske als „unverantwortlich“ zurückgewiesen.

„Wer so leichtfertig wie Herr Bsirske weitere Streiks herbeiredet, hat ganz offensichtlich immer noch nicht verstanden, was die 4 Wochen Dauerstreik im Frühsommer bei den Familien für einen Schaden angerichtet haben“, kommentiert LEA-Vorsitzender Andreas Winheller die aktuellen Ankündigungen von Verdi.

Die Kita-Kinder und ihre Eltern seien durch die vergangenen vier Streikwochen schon sehr stark geschädigt worden. Bei vielen Familien seien die Schäden „sehr schwerwiegend“. Viele Kinder seien nach wie vor psychisch stark betroffen. Viele Eltern hätten bereits jetzt ihre Urlaubskontingente für das Jahr komplett ausgeschöpft. Angesichts dessen seien neue Streiks in den Kitas schlechthin unverantwortlich.

„Die Solidaritätsrhetorik auf den Verdi-Hochglanzflugblättern wirkt auf uns Eltern, wie blanker Hohn”, gibt Winheller zu bedenken. „Was wir jetzt wirklich brauchen ist echte Solidarität seitens der Gewerkschaften und Erzieherinnen und Erziehern. Wir Eltern haben die Forderungen nach einer Aufwertung und auch die ersten Streikwochen mit einem unglaublichen Kraftakt solidarisch unterstützt. Doch Solidarität ist keine Einbahnstraße. Jetzt, wo jeder weitere Streiktag echtes Leid über die Familien bringen würde, ist es Zeit für die Einsicht, dass weitere Streiks im Moment nicht zumutbar sind.“

Dies gelte umso mehr, als überhaupt nicht ersichtlich ist, wie weitere Streiks zu einem besseren Ergebnis führen könnten, solange die Finanzlage vieler Kommunen weiterhin desolat ist. „Weitere Kita-Streiks schaden den Familien und nutzen andererseits gar nichts. Deshalb ist jetzt nicht die Zeit für Streiks sondern für politische Lobbyarbeit – gerne in Kooperation von Eltern und Erzieherinnen und Erziehern“, kommentiert Winheller.

Tatsächlich sei eine vernünftige Lösung nur dann möglich, wenn zuvor die Voraussetzungen für eine angemessene Kita-Finanzierung geschaffen worden seien. Dazu müssten alle staatlichen Ebenen zusammenwirken.
„Wir fordern daher die Politik aus Bund, Ländern und Kommunen auf, jetzt einen zweiten Verhandlungstisch zu eröffnen und darüber zu sprechen, wie gute Kitas zukünftig angemessen finanziert werden können. Dazu muss den Kommunen deutlich mehr Geld zur Verfügung gestellt werden. Bund und Länder sind hier in der Pflicht. Unter den derzeitigen Bedingungen der Kommunalfinanzen sind weder eine angemessene Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher noch eine gute Qualität zu erreichen.“, fordert Winheller namens des LEA.

Den Eltern gehe es vor allem um eine verlässliche und qualitativ gute frühkindliche Bildung in den Kitas. Dazu seien ausreichend gut bezahlte Erzieherinnen und Erzieher, eine gute Personalausstattung und eine ordentliche Bausubstanz absolute Grundvoraussetzungen.

„Es ist ganz einfach: Unsere Kitas sind nicht gut genug, weil sie zu wenig Geld bekommen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese Finanzierung jetzt zu verbessern. Hier ist jetzt zukunftsweisendes politisches Handeln gefragt – vor allem von Bund und den Ländern“, formuliert LEA-Vorsitzender Winheller die Forderungen der Eltern.

Bei der Weiterentwicklung der Qualität in den Kitas komme einem partner-schaftlichen und kooperativen Vertrauensverhältnis zwischen den Eltern einerseits und den Erzieherinnen und Erziehern andererseits eine überragende Rolle zu. Schon deshalb hofft der LEA RLP, dass dieses Verhältnis nicht durch die in jedem Fall sinnlose Fortsetzung der Streiks weiter belastet wird.

„Gemeinsam politisch für bessere Kitas kämpfen, das steht jetzt auf der Tagesordnung – nicht weitere Trotz-Streiks gegen die Familien“, hofft Winheller auf Einsicht bei den Erzieherinnen und Erziehern in den Kitas, dass die Kinder und die Eltern keine Gegner sondern potentielle Bündnispartner seien.

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